bei Halle an der Saale
Willkommen in Dölau
Geschichten von Dölau
Auf dieser Seite werden Geschichten, Überlieferungen und Tatsachen zu lesen sein. Gleichzeitig werden Sie neben Erlebnisberichten von Dölauer Einwohnern, auch Veröffentlichungen und Meinungen zu bestimmten Problemen finden. Heute geht es um …
                                                                                           Bisher veröffentlicht (teilweise im Archiv vorhanden): Bernd Wolfermann, Geschichte über die Entdeckung der Kohle in Dölau  (März 2012) Bernd Wolfermann, Das erste buddhistische Haus von Deutschland in Dölau  (März 2013)  Günter Hübner, Unser Haus und die Bombe  (April 2014) Dr. Jörg-Thomas Wissenbach, Die Geschichte von Dölau in den Dölauer Heften  (Juni 2014) Bernd Wolfermann, Das Orts-Statut (Straßenreinigung) von Dölau aus dem Jahr 1908         (August 2015) Dr. Jörg-Thomas Wissenbach, Kleines Dorf mit viel Kirche  (März 2016)   Dr. Walter Müller, Führung über den Dölauer Friedhof  (Januar 2017)   Dr. Christian Richter, Der Architekt des Dölauer Krankenhauses  (März 2017)  Dr. Jörg-Thomas Wissenbach,  Dölauer Kleingartenvereine  (Juni 2017) Bernd Wolfermann, Video vom Tag des Geotops in Dölau  (August 2017) Jurina Augustin / Bernd Wolfermann - Eine Dölauer Schweinegeschichte (Juni 2018)   Günter Hübner, Erinnerungen (März 2019) Bernd Wolfermann, Ein Brief aus Holland (Mai 2019) Bernd Wolfermann, Geschichte der Villa Wentzel (Juli 2019) Bernd Wolfermann, Kommen immer mehr Wildtiere in unsere Gärten? (Januar 2020) Hans-Dieter Marr,  … Der 14. April 1945 — die Amis sind da!  (Mai 2020)  Hans Joachim Schramm, Liebevolle Tiere mit fuchsigem Fell in der Dölauer Heide  (September 2020) Volker Tietze, Meine Dölauer Kindheit - Als es in der Mansfelder Straße brannte (Februar 2021)   Bernd Wolfermann, Die Geschichte des Tauschrings - dömak  (Juni 2021)                    
         Krankenpflege im Wandel der Zeiten          Dr. Christian Richter Obwohl   es   schon   Hinweise   auf   Versorgung   und   Pflege   von   Armen,   Kranken,   Verletzten   und   Gebärenden   in   vorchristlicher   Zeit, besonders   in   Indien,   Ägypten   und   Griechenland,   gibt,   hat   sich   eine   organisierte   Krankenpflege   erst   mit   der   Verbreitung   des Christentums   und   der   Gründung   von   Hospitalorden   (Zisterzienser,   Benedictiner   etc.)   entwickelt.   Darüber   hinaus   spielte   sich   die allgemeine-   und   Krankenpflege   vorwiegend   im   häuslichen   Bereich   des   Sippen-   und   Familienverbands   ab.   Durch   die   wesentlichen Inhalte     des     Christentums,     wie     Barmherzigkeit,     Fürsorge,     Wohltätigkeit     und     Nächstenliebe,     wurden     Bedürftige     von Ordensschwestern    in    den    Klöstern    und    Kongregationen    pflegerisch    versorgt.    Nach    der    Reformation    waren    es    für    die protestantische   Konfession   die   Diakonissen.   Die   Krankenversorgung   durch   Orden   besteht   bis   zum   heutigen   Tage   fort   (Johanniter, Malteser,   Barmherzige   Brüder   etc.).   Die   Kranken   lagen   meistens   in   sog.   Krankensälen,   die   es   bis   in   die   Mitte   des   20.   Jahrhunderts sowohl   in   den   Universitätskliniken   als   auch   an   konfessionellen   und   allgemeinen   Krankenhäusern   noch   gab.      Krankenzimmer   mit bis zu 10 Betten waren bis in die 1970er Jahre nicht unüblich.           Krankensaal im konfessionellen Krankenhaus                     Krankenzimmer im Krankenhaus Dölau   bis in die 1970er Jahre                                                                                             Fotos: privat                                                 Ab   der   Mitte   des   19.   Jahrhunderts   wurden   die   Bemühungen   um   eine   qualifizierte   Ausbildung   und   Anerkennung   des   Berufsbildes der    Krankenschwester    immer    intensiver    und    sind    mit    dem    Namen    Florence    Nightingale    eng    verbunden.    Anfang    des    20. Jahrhunderts   gab   es   zunächst   empfehlende   Vorschriften   für   den   Pflegeberuf   und   erst   1938   wurde   die   Krankenpflege   durch   ein „Gesetz   zur   Ordnung   der   Krankenpflege“   geregelt.   Mit   der   Spezialisierung   in   der   Medizin   hat   sich   auch   eine   Differenzierung   im Pflegeberuf mit dem Erwerb spezieller Kenntnisse ergeben (Kinderkrankenschwester, Operationsschwester etc.).  Das   Dölauer   Krankenhaus   war   in   der   Anfangszeit   als   Militärlazarett   wesentlich   durch   die   Ideologie   des   Nationalsozialismus geprägt.   Alle   potentiell   oppositionellen   Vereine   und   Organisationen   wurden   in   dieser   Zeit   verboten   (Freimaurer,   christliche   Orden, Burschenschaften,   Gewerkschaften   usw.).      Bereits   1935,   also   noch   vor   Beginn   der   Bauarbeiten   für   das   Luftwaffenlazarett   Dölau, wurden   auch   alle   freien   Schwesternverbände   in   die   Reichsfachschaft   integriert.   Schon   1934   wurde   die   NS-Schwesternschaft gegründet,   die   sich   in   besonderer   Weise   den   weitreichenden   Entscheidungen   und   Folgen   der   nationalsozialistischen   Gesundheits- und    Rassenideologie    verpflichtet    sah.    Die    Schwestern    wurden    für    das    breite    Spektrum    an    Einsatzgebieten,    von    der Gemeindepflege bis zur Kriegskrankenpflege, ausgebildet und konditioniert. Da   den   Nationalsozialisten   auch   christliche   Symbole   ein   Dorn   im   Auge   waren,   wurde   die   Dienstkleidung   von   Mitgliedern   des Deutschen Frauenwerkes mit den völkischen Algiz-Runen versehen.      Schwestern mit nationalsozialistischer Symbolik                                                                                                                                                                           Fotos: Stadtarchiv Bereits    kurz    nach    dem    2.    Weltkrieg    wurden    zur    Sicherstellung    pflegerischer    Aufgaben    in    ambulanten    und    stationären Gesundheitseinrichtungen   Schwesternschulen   errichtet,   die   im   weiteren   Verlauf   als   Medizinische   Fachschulen   eine   qualifizierte Ausbildung gewährleisteten (u.a. auch im Krankenhaus Dölau). In   dieser   Zeit   mußten   die   Krankenschwestern   ein   breites      Spektrum   an   medizinischen,   pflegerischen   und   organisatorischen Aufgaben übernehmen.   Schwestern im Dölauer Krankenhaus während des Krieges                                                                                   Fotos: privat Die    damals    noch    üblichen    Äthernarkosen    wurden    häufig    auch    von    Schwestern    durchgeführt,    bis    sich    mit    speziellen Narkoseverfahren    und    intensivmedizinischen    Behandlungsmethoden    die    Gesellschaft    für    Anästhesie    und    Intensivmedizin etablierte.                                                                                              Für   heutige   Verhältnisse   fast   unglaubwürdig   und   unvorstellbar,   wurden   noch   bis   in   die   1970er   Jahre   Verbandmaterialien,   Spritzen, Kanülen, Mundtücher usw. nicht entsorgt, sondern gereinigt, gewaschen, sterilisiert und wiederverwendet. Die Aufbereitung dieser Materialien lag fast ausschließlich in den Händen der Schwestern. Nicht   wenige   Krankenschwestern,   zumeist   noch   jung   und   ledig,   bewohnten   als   Dienstwohnung   die   Mansardenzimmer   im   Dölauer Krankenhaus   und   standen   im   Bedarfsfall   rund   um   die   Uhr   den   Patienten   pflegerisch   zur   Verfügung.   Bei   dem   damals   noch vorherrschenden   Moral-   und   Geschlechterbild   waren   Herrenbesuche   verboten.   Zur   Einhaltung   des   Besuchsverbotes   machten   der Chef   und   die   Oberin   regelmäßig   sogenannte   „Stubendurchgänge“   und   zwei   Pförtner   kontrollierten   ständig   an   der   Haupt-   und Wacholderpforte die Zugänge zum Krankenhaus. Bis   zum   Ende   der   1970er   Jahre   trugen   die   Schwestern   noch   die   an   die   Ordensschwestern   angelehnte   typische Tracht.   Das Tragen der   Haube   geht   auf   eine   alte   Tradition   und   das   noch   im   späten   Mittelalter   vorherrschende   Frauenbild   („unter   die   Haube   bringen“) zurück. Die sieben Falten in der Schwesternhaube sollen an die sieben Grundprinzipien der Genfer Konvention angelehnt sein. Ab   den   1980er   Jahren   wurde   die   Schwesterntracht   schrittweise   durch   die   noch   heute   übliche   Kasackkleidung   ersetzt.   Seit   einigen Jahren    wurde    auch    die    Berufsbezeichnung    für    Krankenschwestern    und    –pfleger    in    Gesundheits-    und    Krankenpfleger/innen umgeändert.        
Kranken- schwestern mit typischer Tracht in der Kinderklinik Dölau zu DDR-Zeiten
Narkoseführung durch eine Schwester im Lazarett Dölau während des Krieges Fotos: Stadtarchiv, privat
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